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| Klassischer Spieleabend |
Einmal in der Woche überkommt es mich. Ich will spielen - so richtig schön konservativ am Küchentisch mitsamt Kind und Kegel. Am liebsten die üblichen Klassiker: Cluedo, Scrabble, Monopoly, Siedler oder das etwas neuere Carcasonne - schließlich haben wir den halben Schrank voll mit Spielen.
Ich kündige das freudige Ereignis beim Abendessen an. Meine pubertierenden Jungs reagieren unterschiedlich. Der eine ist zu höflich, um irgendwas zu sagen und lächelt nur, der andere stöhnt, rollt mit den Augen und beginnt eine Diskussion über wartende Online-Kumpels, verlorene Zeit, gekippte Platzierungen und Highscores.
Beide schütten gleichzeitig Antispielhormone aus, die überdeutlich nach "keine Lust" riechen, und wollen sich so schnell wie möglich wieder mit ihren PCs oder Konsolen vernabeln. Mein Schatz verhält sich angeblich neutral und macht nur mit, wenn alle mitmachen. Abstimmen ist nicht drin, dabei würde ich den Kürzeren ziehen, also muss ich Überzeugungsarbeit leisten. Manchmal schaffe ich es, manchmal nicht. Meistens nicht. Das soll sich ändern!
