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Mittwoch, 18. November 2015

Albtraum Festanstellung! Arbeit um jeden Preis?

Arbeit um jeden Preis?
Ich bin seit vielen Jahren selbständig, arbeite, wann immer ich will, vorausgesetzt, es sind genügend Aufträge da. Aktuell kann ich mich vor Arbeit kaum retten, also texte ich auch an Feiertagen und Wochenenden - freiwillig. Dafür mache ich dann eben Urlaub, wann immer es grad passt. Wenn ich nicht frei haben möchte, übernehme ich ehrenamtliche Jobs als Klinikclown. Gern. Arbeit soll Spaß machen und Geld einbringen. Wenn beides nicht stimmt, kann man krank werden - körperlich und seelisch. In Deutschland ist es inzwischen normal, Leute für einen Hungerlohn arbeiten zu lassen. 



Albtraum Festanstellung


Nicht selten blicken oberkluge Mitbürger missbilligend auf Menschen, die sich vom Staat als Aufstocker subventionieren lassen (müssen), um wenigstens den Hartz4-Satz zu bekommen und ihre Familien ernähren zu können. Die Aufstockerei betrifft übrigens nicht nur abhängig Beschäftigte, sondern auch immer mehr Gewerbetreibende und Freiberufler, vor allem alleinerziehende Selbstständige. Nicht wenige Menschen verzichten aus persönlichen Gründen auf staatliche Zuschüsse. Entweder, weil der Partner so "viel" verdient, dass das Lohndefizit einigermaßen ausgeglichen wird, oder aus Zeitgründen. Letzteres ist, ohne groß nachdenken zu müssen, nachvollziehbar. Wann sollen diese Leute denn Ämtertermine wahrnehmen und Abrechnungsunterlagen aufbringen, wenn sie nahezu 24/7 am Arbeiten sind?

Der Faktor Scham ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Viele "Beschäftigte" fühlen sich schuldig, weil sie trotz Vollzeitjob oder zwei bis drei Teilzeitjobs zu wenig Lohn bekommen und aufgrund unbezahlter Mehrarbeit zu wenig Zeit für die Familie haben. Das ist in einem reichen Staat wie Deutschland beschämend! Der Begriff Geringverdiener ist bereits im Wortsinn eine Missachtung geleisteter Arbeit. Obendrein ist diese Bezeichnung (ebenso wie Hartz4-Bezieher, denn das kommt verdienstmäßig auf das Gleiche raus) ein gesellschaftlicher Makel, ein Schimpfwort, ein Fingerzeig: IHR SEID SOZIALSCHMAROTZER. Das erträgt nicht jeder, dann lieber Repressalien vermeiden, auf Zuschuss verzichten und den Gürtel noch enger schnallen. Ich habe mir am heutigen Buß- und Bettag (Feiertag in einigen Bundesländern) anhand eines aktuellen Fallbeispiels Gedanken zum Thema gemacht:

Arbeit um jeden Preis?


In Deutschland bezahlen die Leute sprichwörtlich dafür, dass sie arbeiten dürfen. Was ich bisher immer für einen Witz gehalten habe, ist tatsächlich Usus und keiner kann was dagegen machen. Ach doch: kündigen. Oder gekündigt werden, falls man sich darüber beschwert.

Laut Bundesgerichtsurteil aus 2006 gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf Sonn- und Feiertagszuschlag für Arbeitnehmer, sondern das ist seitdem ein freiwilliger Bonus der Arbeitgeber. Soweit, so (nicht) gut. Auch ein Freizeitausgleich für Sonn- und Feiertage ist gesetzlich bzw. im nachfolgenden Fall nicht (mehr) vorgesehen. Man darf lediglich keine 12 Tage am Stück arbeiten, sondern der 12. Tag muss ein arbeitsfreier Tag sein. Dankenswerterweise wenigstens seit Januar 2015 für 8,50 Euro Brutto-Mindestlohn (davor 7,20 Euro).

Beispiel aus dem engeren Familienkreis: Im privaten Gesundheits- und Pflegedienstwesen (speziell AWO) wird dieses Gesetz nun wie folgt ausgelegt und umgesetzt: Für Sonn- und Feiertage wird ein Lohnzuschlag von 25 Prozent gewährt. Nobel, weil der AG ja nicht muss. Könnte man denken und sollte ihm für seine Noblesse die Füße küssen. Falsch, ganz falsch. Denn dort bekommt man für seine Arbeitsstunden an Feiertagen keine 25 Prozent Zuschlag, sondern bezahlt 75 Prozent dafür, dass man an einem freien Tag arbeiten geht. Sinnbildlich.

Wie das funktioniert? Ganz einfach. Für einen Vollzeitbeschäftigten mit 40 Stunden/Woche stehen an einem Feiertag 8 Stunden auf dem Lohnzettel - wenn frei. Wird der AN an einem Feiertag für 4 Stunden zum Dienst eingeteilt, so steht auf dem Abrechnungszettel nicht etwa: 8 Std. Feiertag plus 4 Std. Arbeitszeit, sondern: 4 Std. Feiertag und 4 Std. Arbeitszeit (+25%).
Arbeitsstunden müssen übrigens von den Arbeitnehmern nach einem komplizierten Punktesystem in einem Tätigkeitsnachweis selbst notiert und vom Chef abgesegnet werden, und zwar nach Viertelstunden gewichtet und in der Freizeit (anderes Thema).

Obige Rechnung verstanden? Der AWO-Feiertagsarbeiter bekommt also für einen 4-Stunden-Einsatz (wie dort an Feiertagen und Wochenenden üblich) quasi eine Arbeitsstunde bezahlt und arbeitet 3 Stunden umsonst. Einen Ersatz-Feiertag gibt es nicht. Korrigert mich bitte, wenn ich das falsch interpretiere.

Anders, aber ähnlich läuft es bei den Wochenenddiensten, zumindest bei diesem regionalen Beispiel-AG. Obwohl wochentäglich 9 Stunden auf Arbeit (abzüglich 45 Minuten Pausen, die wegen Arbeitsaufwand nur selten voll genutzt werden), kommt ein AN aufgrund des Dienstplans nur auf 7 anrechenbare Stunden täglich, weil Splitting mit einer Stunde Zwangsleerlauf - kann ja für das Ausfüllen der Tätigkeitsachweise genutzt werden (darf nicht als Arbeitszeit gezählt werden). Somit steht der AN am Freitagnachmittag theoretisch mit 5 Fehlstunden beim AG in der Kreide. Darf er am Wochenende wieder "rausreißen". Gelegentlich kann er den Spät-Teildienst eines kranken Kollegen übernehmen und die fehlenden Wochenstunden ausgleichen.

Im Gesundheits- und Pflegedienstbereich sind Wochenenddienste üblich und notwendig. Bei der AWO sind zwei Wochenenddienste pro Monat völlig normal und zwar halbtags-gesplittet (je 4 Std. Sa. u. So.). Somit kommen (abzüglich der werktäglichen Fehlstunden) theoretisch nur 3 Überstunden pro Wochenende zusammen, die der AN sammeln kann. Bei 2 Wochenenden, also insgesamt 4 zusätzlichen Arbeitstagen, hat er somit grob gerechnet 6 Überstunden erarbeitet. Reicht nicht für einen freien Tag? Mist. Pech gehabt. 2, 3 oder gar 4 freie Tage für 4 geleistete Arbeitstage am Wochenende als Ausgleich? Wie bitte?! Wo kämen wir denn da hin!

Der betreffende AN und seine Kollegen arbeiten seit Jahren regelmäßig und unabhängig von gesetzlichen Feiertagen und Sonntagen 25 - 26 Tage pro Monat (nicht 20, 22 oder 24)! Japanische Verhältnisse, nur dass wir uns in Deutschland befinden. Ist das nicht gesetzwidrig? Ist das nicht bereits Arbeitszeit-Mobbing/Bashing/Wasauchimmer? Ich sage ja, der AG sagt nein, der Gesetzgeber guckt ratlos. Was sagt ihr?

Geringverdiener sind künftige Sozialhilfe-Rentner



Als Freiberufler kenne ich mich mit derartigen Gepflogenheiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht aus. Nun wird dieser Mist seit einigen Jahren ins eigene Umfeld gepresst, bringt Frust, Unsicherheit und Angst mit sich. Ja, Angst! Denn ich bekam ernsthaft gesagt, ich solle auf keinen Fall so darüber schreiben, dass man auf die Betroffenen und/oder den Arbeitgeber schließen könne, denn das Ausplaudern solcher Internas könne die wiederholt auf ein Jahr befristeten Jobs kosten. Im Ernst?! Die ausgehebelten Tarifverträge sind öffentlich einsehbar, die Missstände deutschlandweit protokolliert. Zudem ist es ja nicht so, dass es wirklich etwas zu verlieren gäbe - Lebensunterhalt kann es schon mal nicht sein. Zwar geben sich einige dieser Einrichtungen sozial und sorgen für ein vermeintlich gutes Arbeitsklima, doch das allein reicht nicht. Das Thema hatten wir bereits an anderer Stelle: Mithilfe netter Gemeinschaftsveranstaltungen (Teilnahme erwünscht) in der ohnehin kaum vorhandenen Freizeit sollen sich die Leute auf Arbeit wohler als zu Hause fühlen, denn dort ist der Kühlschrank sowieso leer.

Der Niedriglohn hat weitere negative Auswirkungen. Die verzögerte steuerliche Rückerstattung der Fahrtkosten kann akute existenzielle Probleme bereiten. Im vorliegenden Fall muss der betroffene AN etwa 110 Euro Benzinkosten für bis zu 26 Arbeitstage monatlich aufbringen, macht 1.320 Euro im Jahr. Er zahlt also fast die anderthalbfache Summe eines Monatsnettolohns erstmal aus der eigenen, leeren Tasche. Außerdem sind die Abgaben zur Rentenversicherung so niedrig, dass die künftige Altersrente trotz lebenslanger Arbeitszeit weit unter Sozialhilfeniveau liegt. Sofern diese Leute mit dem Eintritt ins Rentenalter noch nicht ganz verbraucht sind, können und müssen sie weiter arbeiten. Die oft gut ausgebildeten, armen Arbeitskräfte in diesen Mindestlohn-Berufen sind die bitterarmen Rentner von morgen! Mit etwas Pech leben ehemalige Pflegedienst-Angestellte so lange, dass sie von ihren derzeit noch jungen Geringverdienerkollegen betreut werden müssen und das Elend erneut durchleben.

Arbeitskräftemangel im sozialen und Pflegedienstbereich scheint und ist gewollt. Die Sehnsucht der Menschen nach Arbeit und Anerkennung wird hier gnadenlos ausgenutzt! Mir wird regelrecht schlecht, wenn ich daran denke, wie in diesem Land mit unserer arbeitenden Bevölkerung umgegangen wird. Per Gesetz abgesegnete, staatlich geförderte Ausbeutung, vor allem im sensiblen Seniorenpflegebereich. Und die Chef-Riege der Wohlfahrts-Konzerne klopft sich gegenseitig auf die Schulter und freut sich, wie prima und ohne Aufzumucken ihre Untergebenen rund um die Uhr funktionieren, obwohl der Lohn nicht zum Überleben reicht. Ein echter Albtraum - mir ist kotzübel! Ich verziehe mich jetzt aufs Sofa und weine.


Träumt schön!

Traumzauberhafte Grüße, Claudia


Nachtrag 1: Auflistung gescheiterter Lohn- und Arbeitsrechtsverhandlungen sowie wiederholte Unterwanderung bestehender Gesetze und Vereinbarungen in den vergangenen Jahre von den Wohlfahrts-Konzernen der verschiedenen Bundesländer: http://labournet.de/branchen/dienstleistung/allg/awo.html


Nachtrag 3: Arbeiten bis zum Lebensende - Altersarmut im reichen Deutschland: http://www.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/schuften-bis-zum-schluss-arme-rentner-im-reichen-deutschland/12047896.html

Nachtrag 4: Befristete AV sind mit Zeitarbeit zu vergleichen. Zum Thema Fachkräftemangel, Ausbeutung und Jobcenter-Betrügereien hier ein aufschlussreicher Artikel: http://altonabloggt.com/2015/11/26/zeitarbeit-und-weise-milliarden-fliessen-leise/


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Kommentare:

  1. Immer mehr Menschen in Deutschland verlieren ihr eigenes Dach über dem Kopf. Derzeit sind rund 300.000 Deutsche obdachlos. Mehr als 30.000 Kinder sind betroffen. Die Situation könnte sich in den kommenden Jahren noch deutlich verschärfen.
    Immer mehr Menschen in der Deutschland verfügen nicht mehr über eine eigene Wohnung. Wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) auf ihrer Internetseite mitteilt, waren 2012 284.000 Menschen ohne Wohnung, was einen Anstieg von 15 Prozent gegenüber dem Jahr 2010 bedeutet. Bis 2016, so die Schätzung des BAGW, werden bis zu 380.000 Menschen in Deutschland wohnungslos sein.
    Die Wohnungslosenstatistik beruht auf eigenen Untersuchungen der BAGW. Die Schätzungen seien eher konservativ, befürchtet der Hilfsverband. Das wahre Ausmaß dürfte noch größer sein. Er beklagte, dass bislang nur Nordrhein-Westfalen die Zahl der Wohnungslosen systematisch erfasse. Er forderte die Einführung einer entsprechenden Statistik für das gesamte Bundesgebiet.
    Unter den Menschen in Deutschland, die über keinen eigenen Wohnraum verfügen befinden sich, wie der Spiegel berichtet, 32.000 Kinder und Jugendliche. 24.000 Bürger leben den Schätzungen nach auf der Straße. Hier ist ein Anstieg um 10 Prozent erfolgt.
    Die Hilfsverband BAGW befürchtet, dass die Zahl im Jahr 2016 auf bis zu 380.000 Wohnungslose anwachsen werde und nennt dies eine eher konservative Schätzung, da das tatsächliche Ausmaß wesentlich höher sein dürfte. Als Ursachen für den drastischen Anstieg der sogenannten „Wohnungsnotfälle“ benennt die BAGW den Mangel an preiswertem Wohnraum, Mietpreissteigerungen sowie die Zunahme der Armut und des Armutsrisikos. Deshalb auch hier folgendes>>>Alptraum Obdachlosigkeit! Seit dem 9.6.2015 ( Di ) ist ein neuer Bericht, ( aus der Querkopf Juni 2015, einer Obdachlosen Zeitung aus Köln ) auf meiner Homepage unter http://flowerfie1.square7.ch/ veröffentlicht! Dort finden Sie auch den 8 Teil ( Internet Radio Interview vom 19.3.2015 ( Do ) "Das Ende des langen Spießrutenlaufs" , eine Zusammenfassung der letzten 5 Jahre ! Die Berichte Bitte in umgekehrter Reihenfolge Lesen, da der zuletzt eingefügte ganz oben steht! Vielen Dank für ihr Interesse! Und für die Anwälte/innen, Bitte Wartemarke ziehen und hinten anstellen! Diesen Beitrag hier Teilen ausdrücklich erwünscht,einfach hier drunter rechts auf Teilen klicken, DANKE!!!Bitte auch meinen neuen Beitrag ALPTRAUM NACHBAR beachten der sich seit dem 9.8.2015 ( So ) auf meiner Homepage befindet, Danke!

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    1. Lieber Frank,

      vielen Dank für Deinen informativen Kommentar. Wenn man die Situation der zahlreichen Armen in Deutschland etwas näher betrachtet, kommt man schon sehr ins Grübeln und bekommt Angst vor der Zukunft. Ich wünsche Dir, dass Du nicht erfolglos gegen Windmühlen kämpfst, sondern bald eine ruhigere Wohnung findest - habe den Bericht auf Deiner HP gelesen.

      Liebe Grüße, Claudia

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  2. Tja ... ich habe auch eine Freundin, die an 6 Tagen die Woche nachts in zwei Bezirken die Holsteiner Landeszeitung austrägt und zusätzlich jedes 2. Wochenende in der Altenpflege arbeitet, da auch oft noch wie Du das so schön beschreibst ohne was davon zu haben laufend Überstunden macht und trotzdem noch immer nicht ihren Hartz-IV-Satz zusammen hat, sondern aufstocken muss.

    Und das obwohl es für die Austräger jetzt schon etwas mehr Geld gibt .. wird auch vermutlich so bleiben, wenn sie irgendwann tatsächlich 8,50 die Stunde kriegen.

    Das alles zu planen, ist stressig hoch drei ... sie schäft, wenn sie Zeit dazu hat .. ist oft hundemüde.

    Dagegen ist unser Job wirklich ein Traumjob ... ich tu auch alles, damit ich den weitermachen kann, auch wenn auch das oft nicht wenig hart ist und wir laufend am kämpfen müssen .. wäre aber nicht ganz so krass, wenn ich keine Pferde hätte, die nunmal etwas teuer kommen als Hund oder Katze.

    Aber da bin ich stur .. die Pferde bleiben .. ich könnte nicht damit leben, sie einer ungewissen Zukunft ausgesetzt zu haben.

    Schöner Beitrag, Claudia.

    LG
    Renate

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  3. Liebe Renate,

    auch Dir danke ich für Deine Wortmeldung und drücke weiterhin fest die Daumen, dass euch die Kraft nicht ausgeht.

    Liebe Grüße, Claudia

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  4. Mir wurde geraten, werde Voll-Harzer - sei nicht so dumm und arbeite (freiberuflich). Jeder Euro mehr muss nicht nur nachgewiesen werden, sondern im Zweifel werden auch mal gleich ganze Monatsverdienste als Nachzahlung genommen. Gibts nicht? Doch! 1.500 Euro verdient mal in einem Monat, ausgerechnet aufs Jahr, wo man auch über den 100 Euro lag, die erlaubt waren (Arbeit soll sich ja lohnen), waren das 1.500 Euro Nachzahlung. Da ist Ausschlafen besser und gesünder. Dummerweise gibts Leute, die nicht Däumchen drehen oder als Parkbank-Trinker ihr Dasein fristen wollen. Tja, gegen obige seltsame "Feiertags-Wochenende"-Regelung hilft wohl nur ein Teilzeitjob. Bei uns gibt es wenigstens Freizeitausgleich für Feiertage, 25 % für Sonntage und Nachtschichten (von 22 bis 0 Uhr, 50 von 0 bis 4 Uhr) als Zuschlag und natürlich ausreichend freie Tage. Zeitarbeit regelt das auch anders, da gehen Nachtschichten erst mal 23 Uhr los und es gibt für die ganze Nacht nur 25 %, sonntags auch. Aber nicht auf 8,50 Euro Stundensatz gerechnet, sondern auf den bei Zeitarbeit bisher noch geringeren Lohnsatz von 8,35 Euro. Gut, dass man dann 15 Cent noch als Leistungszulage bekommt. Jeder setzt das also um, so gut er kann (oder mag). Bei so harten Jobs wie in der Pflege, Gastronomie oder Heimerziehung ist das doppelt bescheiden, man ruiniert sich die Gesundheit und darf noch Geld mitbringen. Wenigstens ist unsere Arbeit human, aber schlafen dürfen/können wir nachts auch nicht. Und grade in der Pflege fehlen doch hinten und vorne Leute, wer will das schon machen?

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    1. Liebe Heike,

      ja, das ist schon übel, darf man gar nicht wirklich drüber nachdenken. :/ Viel Erfolg Dir weiterhin.

      Liebe Grüße, Claudia

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  5. Der obige Blogbeitrag wurde offensichtlich von den richtigen Stellen gelesen!!! (y) Zusätzlich hat es Beschwerden von ehemaligen Mitarbeitern sowie eine Klage vorm Arbeitsgericht gegeben. Seit diesem Monat gibt eine neue Vorschrift bei der Leipziger AWO: Wer am Wochenende für 2 Tage zum Dienst eingeteilt ist, hat dafür in der darauffolgenden Woche 2 Arbeitstage am Stück frei zu bekommen. Das Ausfüllen der Tätigkeitsnachweise gehört ab sofort zur Dienstzeit, eine minütliche Arbeitszeitauflistung ist ebenfalls nicht mehr zulässig und interne Wegezeiten müssen angerechnet werden. Das bedeutet: Eine angefangene Arbeitsstunde ist ein Stunde. Minusstunden trotz Vollzeit und Überstunden sind somit nicht mehr möglich und die bisher üblichen 26-28 Arbeitstage pro Monat sind passé. Mein Freund hatte Wochenenddienst und ist erstmals seit 4 Jahren dafür Montag und Dienstag zu Hause.

    Ich bin grad irgendwie verdammt stolz!

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