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Montag, 9. Oktober 2017

Erfolg und Versagen: Warum schläft der Traumblog?


Träumst du nicht mehr? Wieso ist der letzte Beitrag so lange her? Erlebst du nicht genug Aufregendes? Oder arbeitest du zu viel? Diese und ähnliche berechtigte Fragen werden mir in letzter Zeit häufiger gestellt. Natürlich träume ich, und zwar jede Nacht. Allerdings bleiben die Traumfragmente nach dem Aufwachen nur wenige Sekunden erhalten - egal wie spannend und unterhaltsam der Traum war. Auch die Aufreger-Themen aus den sozialen Medien und dem realen Leben lassen nicht nach. 

Doch wer mag ständig die gleiche Sülze lesen? Könnte ich über gescheiterte Projekte berichten (egal ob meine oder fremde), würden die Zugriffszahlen in die Höhe schnellen. Nichts liest sich angenehmer als das Versagen anderer Leute, weshalb viele Versager ihr Versagen lieber verschleiern und mit dem Finger von sich auf andere weisen, um selbst in einem besseren Licht zu erscheinen. Mehr Schein als Sein - dank Facebook & Co. funktionieren solche Marketing-Methoden immer prächtiger. Mich ödet das an.


Nie wieder Großfamilie!


Der letzte Traum, an den ich mich erinnere, handelt von einem geklauten 50-Euro-Schein und der Flucht aus einem Ghetto. Mein Freund weigerte sich vehement, sich in die überfüllte Limousine einer deutschen Großfamilie zu zwängen und bestand auf einem eigenen Wagen. Unser Kangoo leistete hierfür gute Dienste und bot zwei weiteren Wirtschaftsflüchtlingen Platz. Raus aus der Stadt, rauf aufs Land lautete die unterschwellige Botschaft dieser Traumsequenz. Wäre ja echt ein Traum! Doch was will ich andauernd internet- und kinderfrei im Garten machen?

Will man diesen Traum um verlorenes Geld, Engegefühl und Flucht wirklich deuten, wie würde eine Traumdeutung aussehen? Zensiert vielleicht so: "Geld ist nicht wichtig, glaube an dich und deine Bedürfnisse, stelle dich anstehenden Veränderungen, blicke in die Zukunft und vergiss nicht deine angeborene Hilfsbereitschaft." Oder so ähnlich. Wenn man den Traum tiefgründiger deuten möchte, benötigt man persönliche Infos, die so persönlich sind, dass sie auf einem öffentlichen Blog eigentlich nichts verloren haben.

Zum Beispiel das Traumbild Großfamilie. Hat das wirklich etwas mit einer kinderreichen Familie zu tun oder ist der Begriff zweideutig und umfasst auch die virtuelle "Familie". Ich tendiere zu Letzterem. Vier Kinder (zwei davon eigene) machen noch lange keine Großfamilie, hierfür fehlt die restliche bucklige Verwandtschaft - und diese ist sehr überschaubar: Bruder, Tante, Stiefvater - das war's. Die dazugehörigen Familienmitglieder wabern im Nebel, Mütter, Väter und Großeltern sind längst vergangen. Das Thema Vergänglichkeit rückt immer näher, weil ringsum die Bekannten wie die Fliegen wegsterben. Ich träume ziemlich oft vom Tod.

Nie wieder arbeiten!


Das ist ja nun blöd, denn ich arbeite gern. Gleichzeitig empfinde ich mich selbst als stinkendfaul. Wie passt das zusammen? Ist die Luft raus oder plagen mich altersbedingte Zipperlein? Ok, meine Finger könnten geschmeidiger sein. Tatsächlich benötige ich für einen redaktionellen Artikel dreimal so lange wie noch vor drei Jahren. Allerdings verdiene ich auch das Drei- bis Dreißigfache damit, also gleicht sich das wieder aus und ich habe deutlich mehr Freizeit. Wer als Texter behauptet, 1.000 Wörter pro Stunde Vollzeit an sieben Tagen die Woche aus dem Ärmel zu schütteln (und das als Kunde fordert), hat eh nicht mehr alle Kirschen auf der Torte! Deren angebliches Wochenpensum ist mein Monatspensum. Wenn überhaupt.

Die Zeit rennt mit zunehmendem Alter immer schneller. Das Alter ist ein schwerwiegendes Argument. Das Herz stolpert, das Hirn wird langsamer, die Haare werden dünner, die Nerven ebenso. Außerdem wird das Sitzfleisch praller und der Zigarettenkonsum steigt. Na und?! Ich erinnere mich an eine Texterin aus meinem virtuellen Umfeld, die sich in den Anfängen meiner Facebook-Ära als "alte Frau" bezeichnete. Da war sie gerade mal so alt wie ich jetzt! Finde ich erschreckend. Zum Glück gibt es reichlich reale und virtuelle Freunde, die sich trotz fortgeschrittenem Alter auf meiner jugendlich-geistigen Wellenlänge befinden. Außerdem sehe ich bei guter Beleuchtung 20 Jahre jünger aus. *schwör*

Aber was mache ich nun mit der vielen Freizeit? Mehr arbeiten wäre auch doof, zumal sich kreative Tätigkeiten nicht erzwingen lassen. Entweder es fließt oder es stockt. Wenn es stockt, weil die Muse sich verkrümelt hat, wird selbst die liebste Arbeit zur Qual. Nach jeder Auszeit muss ich mich neu reinfinden - und Auszeiten gab es 2017 reichlich. Da bissel krank, dort bissel verlängertes Wochenende. Noch nie waren wir so oft und so lange im Garten wie in diesem Jahr - inklusive Ausruhen und Nichtstun. Der alljährliche Inselurlaub mit Hund kommt noch obendrauf. Nie wieder arbeiten ist demnach keine Option, zumal das Geld nicht vom Himmel fällt, sondern stattdessen vom Konto geklaut wird.

Nie wieder Steuern!


Mit jedem Atemzug zahlen wir Steuern, finanzieren unseren Staat und bedürftige Mitbürger: Mehrwertsteuer, Mineralösteuer, Vergnügungssteuer, Sektsteuer, Grundsteuer, Einkommenssteuer, Vermögenssteuer und so weiter. Wer gemeinnützig und ehrenamtlich tätig ist, zahlt für diese Arbeit keine Steuern. So der Plan, sonst könnte niemand mehr ein Ehrenamt machen und viele wichtige gesellschaftliche und soziale Aktivitäten würden auf der Strecke bleiben. Nirgendwo gibt es so viele Ehrenamtsarbeiter wie in Deutschland, meist wird ehrenamtliche Arbeit von unseren hochbezahlten Politikern als selbstverständliche Bürgerpflicht eingefordert: "Wir schaffen das!"

Der Lohn der Ehrenamtler sieht mager aus und besteht vorwiegend aus dem Gefühl, etwas Gutes zu tun. Gelegentlich kommt ein Schulterklopfen hinzu. Manchmal nichtmal das. Nach sieben Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit als Klinikclown in und um Leipzig sowie in ganz Mitteldeutschland habe ich deshalb mein Engagement drastisch zurückgefahren und nehme statt vier bis sechs Klinik-Termine pro Monat nur noch maximal ein bis zwei wahr. Lachende Kinderaugen als Lohn sind die eine Seite, aber wenn Fahrtkostenerstattungen als Einnahmen und Verdienst bezeichnet werden, hört der Spaß auf! Kunst und Ehrenamt als selbst finanziertes Hobby? Nein, danke!

Offenbar ist das Finanzamt der Meinung, auch bei kleinen Kreativen satt absahnen zu können. Allerdings kommen die Finanzämter nicht von selbst auf diese Idee, so lange die Steuererklärungen nachvollziehbar sind. Von meinen Steuergeldern mitbezahlte Steuerfahnder der Zollbehörde machten sich Ende letzten Jahres auf die Suche nach vermeintlichen Schwarzgeldkonten. Auf den Plan gebracht wurden sie durch anonyme Anzeigen missgünstiger Mitbewerber aus der Texter- und Künstlerszene. Der Verdacht war hausgemacht: "Wer ständig gut drauf ist und nie über finanzielle Probleme klagt, muss Dreck am Stecken haben!" Erwartungsgemäß wurde der Zoll nicht fündig, aber mir wurde die Lust am Arbeiten vergällt.

Nie wieder Geldsorgen!


Ernsthaft - ich hatte noch nie Geldsorgen und komme sowohl mit viel als auch mit wenig Geld prima zurecht. Dieses Talent stammt noch aus meiner Gastro-Zeit: Eine halbe Million Umsatz gehört nicht mir, ist kein Geld, nur Papier. Ich bin Konsumverweigerer und kaufe nur das Nötigste. Gute Lebensmittel zum Beispiel. Gala-Kleidung gehört nicht dazu. Ein Leben als Öko-Waldschrat in einem solarzellen-bestückten Bauwagen auf der grünen Wiese wäre für mich dennoch nicht erstrebenswert. Ich benötige das sichere, bezahlbare Dach eines gemauerten Hauses über meinem Kopf und die Gewissheit, dass meine Familie nicht irgenwann Flaschen sammeln muss, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Notfalls könnten wir in den Garten umsiedeln und von Hühnereiern und selbstgekochter Marmelade leben. Wunsch-Albtraum!

Ich habe andere Sorgen, die mir auf der Seele brennen und meine Arbeitskraft lähmen. Der jüngste von vier Söhnen hat noch immer keinen Ausbildungsplatz gefunden! Es liegt nicht daran, dass er nicht kann oder will, sondern dass er als ADHSler mit mäßigem Realschulabschluss gar keine Chance erhält. Die angeblichen unzähligen freien Ausbildungsplätze sind eine politische Lüge und existieren nicht! Der Bewerbungsmarathon ist fast ein Vollzeitjob für mich, denn ohne meine Unterstützung bekommt der Junge das nicht auf die Reihe. Nun bemüht sich die Bundeswehr um ihn. Die Karriere-Möglichkeiten dort erscheinen zwar grandios, doch welche Mutter will ihr Kind freiwillig an die Armee abgeben?

Der Wehrdienst wäre eine wirtschaftlich notwendige sowie emotionale Entscheidung. Der Erzeuger zahlt keinen Unterhalt (hat er in den 18 Lebensjahren seines Kindes insgesamt nur 18 Monate getan), das staatliche Kindergeld ist ab Volljährigkeit neu beantragt, steht aber noch aus. Der Junge hat null Einkommen und ich null Reserven mehr. Nicht nur finanziell. 5.000 Euro haben mich die Gebühren für die freien Schulen gekostet (zuzüglich Lehrmaterialien), die von jedem Amt nicht als Ausgaben, sondern als Privatvergnügen gewertet werden. Abgehakt, ist ja für die Zukunft. Und nun? Wer behauptet, seine Kinder rund um die Uhr um sich haben zu wollen, lügt sich die Taschen voll! Ich brauche und will das nicht und werde dennoch lebenslang Mutter sein.

Nie wieder träumen!?


Das wäre fatal. Auch mit über 50 darf man träumen und seine Zukunft planen. Ich habe noch Einiges vor, genieße meine nächtlichen Traumgeschichten und staune über meine täglichen Unwägbarkeiten. Welche Wünsche stehen bei euch an erster Stelle? Arbeiten oder Leben? Zahlen oder kassieren? Konsumieren oder verweigern? Wie gestaltet ihr eure freie Zeit? Empfindet ihr das letzte Lebensdrittel als Abschluss oder als Herausforderung? Denkt ihr übers Sterben nach? Schreibt mir und erzählt mir eure Träume, ich freue mich über jedes Feedback.


Träumt schön!

Traumzauberhafte Grüße, Claudia


Kommentare:

  1. Man darf und man muss träumen. Trotz oder gerade wegen der elenden Hürden im Alltag und der Sorgen um die Familie. Dieses Verantwortlich-Fühlen verschwindet übrigens nicht damit, dass die Kinder ausziehen und ihr eigenes Leben führen. Das letzte Lebensdrittel kann trotzdem große Freiheiten bieten, wenn du nicht bspw. durch Pflege neue Bürden zugeteilt bekommst - oder den Partner verlierst oder, oder... In dieser Lebensphase muss Arbeit nicht mehr im Gegensatz stehen zum Leben, weil man ab dem Rentenalter die Freiheit der Wahl hat - für mich eine enorm bedeutsame Wahlfreiheit! Zukunft planen, Wünsche haben, arbeiten, was Spaß macht, leben, auch mal über das Sterben nachdenken - das schließt sich gar nicht aus.

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    1. Liebe Gerda,

      vielen Dank für Deinen aufmunternden Kommentar. Du hast natürlich - wie immer - recht. :)

      Liebe Grüße, Claudia

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  2. Ach ja ... als mein Großer spontan von der Schule abging ... guter Realschulabschluss, keine krankheitsbedingten Probleme .. nur ne Freundin, zu viel nebenbei gejobbt und lieber Rasen gemäht bei unserem Gutsbesitzer als zur Schule gegangen .. also 5 in Mathe, 6 in Physik im Zwischenzeit der 12. Klasse ... Du wir haben schon damals die ganze Zeit, während der Zivildienst gemacht hat, und das waren damals noch 15 Monate .. wie die Blöden eine Lehrstelle für ihn gesucht, was auch zu ihm passt ... schließlich war es meine Idee, es doch mal mit Autoschlosser zu probieren, weil er doch immer mit seinem Papa an dessen Oldtimern rumgeschraubt hat .. ich hab sämliche Autohäuser im Umkreis von minimum 50 km angeschrieben und 14 Tage bevor es losging mit der Lehre, tatsächlich ein Ja bekommen damals .. heute ist er Kfz-Meister, selbständig, und macht viel mit Oldtimern ... und ich bin sicher, das ist nicht leichter geworden, denn mein Großer ist ja schon Mitte 40.

    Du hast recht damit, dass die lügen.

    Und älter und langsamer werde ich auch .. merke das sehr .. nicht nur im Job, sondern auch so ...Männe genauso ... man fühlt, wie man langsam vor sich hin verfällt .. aber das ist das Leben halt.

    Und geträumt habe ich neulich recht heftig was mit Wölfen .. dass in der Nähe einer meiner Facebook-Freundinnen 5 Pferde von ihren Nachbarn abgehauen sind, weil da das Wolfsrudel von Bergener Truppenübungsplatz aufgetaucht ist .. vors Auto gerannt sind .. 2 davon tot, der Autofahrer auch verletzt im Krankenhaus .. Du das hat mich innerlich so beschäftigt, dass ich regelrechte Albträume davon hatte, tagelang immer wieder .. weil mir durch den Kopf schoss,was wohl meine Pferde tun würden, selbst wenn Wölfe nur die Schafe von unserem Nachbarn anfallen, weil die sich leichter fangen lassen .. ich glaube, unser E-Zaun würde die auch nicht aufhalten ... und ne wolfsgerechte Umzäunung könnten wir gar nicht bezahlen, sowas kostet nämlich ein Vermögen.

    Irgendwas haben unsere Träume immer damit zu tun, was wir erleben .. aber ich kenne das .. an was man sich dann erinnert, das ist immer recht wirr.

    Aber bei meinen Wolfsträumen war ich sicher, das hatte definitiv was mit Adeles Nachbarn und den vielen Wolfsrudeln in Niedersachsen zu tun.

    LG
    Renate

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    1. Liebe Renate,

      hast Du nicht schon öfter von Wölfen geträumt? Laut diverser Traumlexika hat das Traumbild Wolf eine ganz spezifische Bedeutung, aber in Deinem Fall denke ich, dass es sich eher um die verarbeiteten Ereignisse aus Deinem näheren Umfeld handelt.
      http://www.traumdeutung-traumsymbole.de/Traumsymbole/verzeichnis/w/Wolf.html

      Was das Alter angeht, so komme ich immer mehr zu der Meinung, dass das Alter nur ein Gefühl ist. Manchmal fühle ich mich uralt, manchmal wie ein Kind, meistens so zwischendrin. ;)

      Die Geschichte von Deinem Sohn macht Mut. Danke dafür. Meiner hat übrigens heute einen Ausbildungsvertrag (sogar noch für dieses Jahr!) vorgelegt bekommen. Nun buhlen gleich mehrere Stellen um ihn, was für ein Dilemma! Irgendwas ist immer, lach. Es geht aufwärts.

      Liebe Grüße, Claudia

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    2. Hei Claudia .. das ist ja super, dass es jetzt doch geklappt hat .. so war das früher mal bei mir, dass mich gleich mehrere Firmen haben wollten .. aber 1969 war das eher normal, heute ja nicht so. Freut mich für Euch beide.

      Ich weiß das nicht mehr so genau, ob ich früher auch schon was von Wölfen geträumt habe .. wenn dann jedenfalls nicht ständig ... ich glaube, dieses Mal hatte das definitiv was damit zu tun, dass mir das Thema gleich mehrmals vorkam .. zuerst las ich, dass in Griechenland eine Engländerin von Wölfen gefressen wurde und vorher noch auf dem Handy ihre Familie angerufe hatte .. dann nen Tag drauf ca. kam in den Nachrichten, dass die Grünen in Niedersachsen zugestimmt hätten, dass zumindest auffällige Wolfsrudel jetzt doch abgeschossen werden dürfen .. dann gibt es ja von meiner Oma die alten Geschichten von den Wölfen in Hinterpommern .. weil Oma hat diese Tiere ja als sehr gefährlich persönlich noch kennengelernt .. hatten eine Schäferei und entsprechende Schutzhunde und so .. also war ich mal googeln, hab im Blog was drüber geschrieben, dass auch in Alaska, Russland, Skandinavien und so inzwischen viele Länder echte Probleme mit Wölfen haben .. und dann kriegte ich darauf als Kommi die Info von der Nachbarin meiner Freundin aus Bergen, die ihre beiden Pferde direkt nebenan wie wir auch in Offenstallhaltung stehen hat .. die hat jetzt Angst, ist logisch, ginge mir auch so .. und das alles zusammen hat sicher mein Hirn sehr angeregt .. und als Kind habe ich bergeweise mit Wonne Jack-London-Romane gelesen ... da kommen Wölfe ja auch oft als sehr gefährlich drin vor.

      LG
      Renate

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  3. Moin Claudia,
    darf ich ein, zwei Zeilen zu deinem Text schreiben, obwohl ich noch Ü50 bin? Aus dem einen oder anderen Grund denkt man vielleicht trotzdem über ähnliche Dinge nach, und deshalb berührt mich dein Text.
    Welchen Sinn hätten all die Mühen und Plagen denn, wenn man das Träumen aufgäbe? Das finde ich allerdings schwierig. Im Vergleich zu früheren Zeiten habe ich den Eindruck, dass unter wachsenden Gesundheitsproblemen und dem allgemeinen Alltagschaos einer Familie genau das die Herausforderung ist: das Träumen nicht zu vergessen. Zu verhindern, dass der Tag nur noch aus reinem "Überleben", aus dem Heil-Durchkommen besteht. Eine echte Herausforderung an manchen Tagen, und wenn dir das gelingt, ist schon viel gewonnen.
    Erfahrungsbericht am Rande: ich gehöre zur seltenen Spezies Mutter, die ihren Sohn durchaus gern zur Bundeswehr lassen würde. Meiner denkt auch gerade darüber nach. Und da es sehr gute Erfahrungen im nächsten Verwandtenkreis gibt - auch da half die Bundeswehr aus einer schwierigen Lebenssituation ganz prima heraus - habe ich ihm zugeraten. Darüber kann man natürlich diskutieren. Ich baue auf die persönliche Erfahrung. Und darauf, dass schon die Tatsache, dass er ein junger Mann ist, statistisch eine höhere Gefährdung darstellt. Wird nicht besser durch die Berufswahl, aber dasselbe gilt auch für Bergsteiger, Rennfahrer oder sonstige Träume, die für Mama eher beängstigend aussehen könnten. Wenn es ihm gefällt und zu seiner Einstellung passt, dann ist es eben so.
    Liebe Grüsse, Friederike

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    1. Hallo Friederike,

      vielen lieben Dank für Deinen aufmunternden Kommentar. Ja, wenn es nur noch ums "Heil-Durchkommen" geht, wäre es kein würdiges Leben mehr. Deshalb habe ich mich entschieden, nur noch das zu machen, was mir wirklich Spaß macht. Da gehört auch Nichtstun dazu, ganz ohne schlechtes Gewissen. Bin aber noch nicht so weit.

      Du hast vollkommen recht, was die Bundeswehr betrifft. Noch vor wenigen Wochen hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können, dass der Junge dort einsteigt. Nun buhlen gleich mehrere potentielle Arbeitgeber um ihn und er muss sich entscheiden. Was für ein Dilemma! ;)

      Liebe Grüße, Claudia

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