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Dienstag, 6. September 2016

Porn-Art für entspannte Träume - Mathieux Entreprix - Fotograf


Ein weiterer Künstlerkontakt aus meiner Facebook-Freundesliste, diesmal aus dem Bereich Fotografie, beglückt mich regelmäßig mit sinnlichen Augenblicksbildern. Die oft extrem weichgezeichneten, perspektivisch interessanten Schnappschüsse, bevorzugt in Schwarz-Weiß, wirken gewollt laienhaft, sind jedoch hochprofessionell. So zumindest lautet die Meinung gestandener Fotografen einer alternativen Fotogruppe. Den wohlklingenden Künstlernamen Mathieux Entreprix hat sich der ewig junge Fotograf vor ein paar Jahren zugelegt. Nun will er seine leicht trashigen Bilder von seiner Broterwerbs-Tätigkeit als Band-Porträtist trennen und sucht nach einem zweiten Namen, der möglichst nicht mit seinem Künstler-Account in Verbindung gebracht werden soll. Der neue Name lautet *Zensur*, ist ab sofort für Erotikfotos reserviert und geheim. Oder so.




Namen sind Schall und Rauch - die Kunst bleibt 





Tja, da hätte der Christian mal etwas früher aufstehen sollen, ich weiß ihn nämlich! Die Hintergründe für das geplante Mimikry begreife ich sowieso nicht. Ein guter Fotograf kann und darf alles knipsen - meine Meinung! Der Name, der nicht genannt werden darf (Prince lässt grüßen und schüttet von oben Purple Rain), soll ein Markenzeichen für den Trash-Markt werden. Da ihm in seiner Selbstfindungsphase auch sein Realname nicht genehm ist, schlägt er mir glatt *Zensur* als Zweitnamen vor. Aber nicht mit mir! Dieser Name ist sowas von albern ... das hat er hoffentlich eingesehen! Nein, hat er nicht, teilt er mir soeben (noch während ich hier tippe) per PN mit. Denn den neuen, glücklicherweise "geheimen" Künstlernamen hat er sich bereits vor fünf Tagen für eine HP reserviert. Der Name hätte Sinn und die nötige Dynamik für das, was er damit vorhat. Ich würde ja gar nicht das Konzept dahinter kennen. Das wird was Großes, belehrt mich der Künstler. Axo, alles klar. Nun bin ich echt drauf und dran, den Trash-Namen auszuposaunen, aber ich will mal nicht so sein.






Vielleicht wird ja wirklich noch was Großes aus dem kleinen Chris - und ich bin die erste, die drüber schreiben darf. Kennengelernt haben wir uns vor etwa fünf oder sechs Jahren während unserer gemeinsamen Anfangszeit als Auftragstexter. Er in Jena, ich nur wenige Kilometer entfernt in Gera. So unkonventionell wie er jetzt fotografiert, hat er damals auch getextet. Künstler eben. Sein Stil kam bei einigen Auftraggebern gut an, bei anderen hingegen gar nicht. Zu viel Individualität als Texter kann auf dem freien Markt hinderlich sein, das "Problem" ist mir nicht unbekannt. 





Inzwischen haben wir beide unsere Nische gefunden. Christian als Fotograf und Konzept-Entwickler, ich als Clown und Texter. Dazwischen liegen unzählige Telefonate und fast zustande gekommene Treffen. Einen Kaffee oder wahlweise Johannisbeerwein (schwarz) haben wir noch nie zusammen getrunken, dafür jedoch viel darüber geredet. Ich stand sogar schon wie bestellt und nicht abgeholt mitsamt Kuchen vor seiner Jenaer Wohnung, doch der liebe Chris war trotz persönlicher Einladung nicht da oder lag im Koma. Jedenfalls machte er nicht auf und suggerierte mir am nächsten Tag, dass ich vielleicht vor dem falschen Haus gestanden und meine Karte in den falschen Briefkasten gesteckt hätte. Ok, ich kam von einem Auftritt in einer Kita und steckte noch in kompletter Clowns-Staffage - das erträgt echt nicht jeder. Außerdem hieß er zum damaligen Zeitpunkt noch nicht Mathieux Entreprix und besaß kein Profi-Equipment, sonst hätte sich seine Künstlerseele einen solchen Schnappschuss nicht entgehen lassen. Meinte er später versöhnlich. Ich glaube ihm das mal.








Chris lebt seit einigen Monaten wieder in seiner Geburts- und Heimatstadt Nürnberg. Sein mehrjähriger Ausflug in den Osten Deutschlands, explizit Ostthüringens Studentenstadt Jena, war der Liebe geschuldet und darf als gescheitert angesehen werden. Weitere Enttäuschungen später hat er endlich seine goldene Mitte gefunden. Der Weg ist das Ziel - die Zukunft sieht zwar nicht rosig, aber vielversprechend aus. Namhafte nationale und internationale Bands ordern ihn mittlerweile als Leibfotograf für ihre Portfolios. Und die hübschesten Models stehen Schlange, um sich fast nackt für sogenannte Porn-Art-Trash-Fotos ablichten zu lassen. Was ist überhaupt Porn-Art oder Trash? Die Bilder, die ich von ihm kenne und hier auch zeige, sind es nicht. Das ist Kunst! Was jedoch unter Trash fallen könnte, sind unsere gefühlt endlosen Frotzeleien auf Facebook und per Telefon, wenn wir über Gott und die Welt lästern sowie über die verkappten Individuen (inklusive uns selbst), die darauf wandeln. Aber dieser Content ist und bleibt ebenfalls geheim. Garantiert. ;)





 

Träumt schön!

Traumzauberhafte Grüße, Claudia



Fotos: Mathieux Entreprix (mit freundlicher und schriftlicher Genehmigung für die Veröffentlichung)
Text: Claudia Goepel

... und jetzt kommt noch was für's Auge. Kein Trash, sondern Foto-Kunst aus den letzten zwölf Monaten:






































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Kommentare:

  1. Am Anfang konnte ich dir nicht folgen. Aber gegen Ende war es gut zu lesen.
    Porn-Art, sehe ich aber auch irgendwie anders :)

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    1. Hallo Ivo,

      manchmal kann ich mir selbst nicht folgen, aber danke. Schöne Seite hast Du. :)

      Liebe Grüße, Claudia

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  2. Vielen vielen lieben Dank ... liebste Claudia (und ein dickes Herzchen ... von Herzen ^^) für dieses wundervolle "Künstler"-Portrait von meiner Wenigkeit :-) Ich fühle mich ernsthaft geschmeichelt <3

    Zu meinem Vorkommentator: Ich glaube, im Artikel steht ja sogar geschrieben, dass die gezeigten Arbeiten kein(!) Porn-art sind ;-) Dieserlei Art von Arbeiten finden sich veröffentlicht unter einer anderen Künstleridentität, latent vllt. vergleichbar mit einem Felix Rachor, der eigens dafür vor 1 1/2 Jahren den Herrn Wallenstein in´s Leben gerufen hatte :-)

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    1. Hallo Matthieux,

      gern geschehen. :)

      Liebe Grüße, Claudia

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