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Donnerstag, 5. Februar 2015

Traumhafte Traudel Thalheim und die Frage, wann ein Neger in der Literatur ein Neger sein darf

Traudel Thalheim

Traudel schreibt, Traudel liest und Traudel kann nicht nur tratschen, sondern auch unterhalten. Das beweist die Grande Dame des feinsinnigen menschelnden Humors am Abend des 03. Februar 2015 in der Leipziger Stadtbibliothek. Stolz stellt die beliebte Journalistin und Reiseschriftstellerin Traudel Thalheim ihr neuestes Buch vor: "Zulus, Napoleon und Reise zum Mond" (Plöttner-Verlag Leipzig) - im Verlauf der Lesung kommt sie so richtig in Fahrt. 






Traumhafte Traudel Thalheim - und die Antwort auf obige Frage


70 Gäste sind gespannt

Über 70 Gäste drängeln sich im oberen Veranstaltungsraum des neugestalteten Bibliotheksgebäudes. Ihr Lebensgefährte, der 89-jährige Schriftsteller Werner Heiduczek sitzt in der ersten Reihe. Ich bin so ziemlich die jüngste im Saal "Huldreich" und mime die taffe Literatur-Reporterin mit modischer Hüftjeans, ansatzgrauen Haaren, kleiner Kamera und großer Klappe. Ein wenig Neid liegt auch in der Luft, denn viele Anwesende sind längst nicht so weit und so oft gereist wie Traudel Thalheim.



Regine Möbius, Traudel Thalheim

Angekündigt und während der Lesung begleitet wird Traudel Thalheim von Regine Möbius, ihres Zeichens Vizepräsidentin des Deutschen Kulturrates und Mitvorsitzende des Schriftstellerverbandes. Regine findet traumhafte, warmherzige Worte für die Markkleeberger Autorin. Beide Damen nutzen die Mikros am Rednerpult oder auf dem Tisch. Das ist auch dringend notwendig - mein Begleiter und Klinikclown-Kollege Gerald Ruppert (und nicht nur er) hört nämlich schlecht und die Akustik im Raum ist ... naja.



schmunzelndes Publikum

Als die kleine Lady beginnt, ist es mucksmäuschenstill. Sie berichtet von einer aufregenden Kreuzfahrt rund um Afrika, von interessanten Mitreisenden (der Gucker), jungfräulichen Ziegen, Schatzsuchern, astrein deutsch sprechenden Nigerianern, großen Abenteuern und kleinen Missverständnissen. Manch Anekdote kommt ihr zwar etwas holprig über die Lippen, doch wenn Traudel aufblickt und frei von der Leber weg erzählt, dann sind ihre Worte witzig, bissig und poinitiert. Eine Autorin muss nicht exzellent lesen können - Hauptsache, sie kann gut schreiben.



Werner Heiduszek, Gerald Ruppert

Und das kann sie! Nach einer Stunde Vorlesemarathon gibt es eine kurze Pause mit einem Frage-Antwort-Spiel zwischen Traudel, Regine und dem Publikum. Thema: Warum Menschen gern in ferne Länder reisen. Danach geht es weiter mit dem Grund der Weltreise: Eigentlich wäre das Paar diesmal nur in Richtung Afrika geschippert, weil Lebensgefährte und Napoleon-Fan Werner Heiduczek unbedingt einmal einen Fuß auf St. Helena setzen wollte, um das Exil-Gefühl des französischen Kaisers nachempfinden zu können.




Gerald liest


Werner ist es auch, der nach anderthalb Stunden wild mit den Armen fuchtelt, um seiner Traudel kundzutun, dass die Lesezeit vorbei wäre. Schließlich kennt er bereits alle Erlebnisse, über die seine Partnerin so begeistert berichtet. Außerdem ist das Sitzen auf den dünn gepolsterten Bibliotheksstühlen nicht besonders bequem. Doch Traudel hat sich warmgelesen und denkt gar nicht ans Aufhören. Da hilft nur Applaus! Jemand beginnt nach dem Ende der letzten Geschichte zu klatschen und alle Anwesenden applaudieren mit. Lang anhaltend, laut und verdient.





Traudel signiert

Nach der Dankesrede von Regine Möbius signiert Traudel Thalheim ein Buch nach dem anderen. Ihr Verleger Jonas Plöttner hat zum Glück genügend Exemplare im Gepäck - natürlich ist auch das Vorgängerbuch "Götter, Wodka und Piraten" dabei. Werner gibt die kuriose Titelfindung zum Besten, denn eigentlich soll der Titel lauten: "Halbaffen, Napoleon und Reise zum Mond". Selbst das neuerdings verpönte Wort "Neger" umschifft erfolgreich das Lektorat - es wird im Buch erklärend und als Zitat genutzt. Aufgrund des neuen Cover-Fotos jedoch ... ach, lest und schaut doch selbst!




ursprüngliches Cover



Zulus, Napoleon und Reise zum Mond 
Autorin: Traudel Thalheim
überarbeitete Fassung, 2015 erschienen im Jonas-Plöttner-Verlag Leipzig

ISBN: 978-3-95537-141-8
Verkaufspreis: 11,90 €
inklusive zahlreicher Fotos
Prädikat: Empfehlenswert


  
neues Cover


Träumt schön!

Traumzauberhafte Grüße, Claudia


Nachtrag: Nun habe ich Werner Heiduczek doch tatsächlich zwei Tage älter gemacht als er ist, denn er hat erst am heutigen 05. Februar Geburtstag. Deshalb auch an dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch!


 

künftiger Leser mit Verleger Jonas Plöttner


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