Traumzaubereien

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Samstag, 11. Juli 2015

Netzlos nutzlos?



Wir sind das Netz?

Für Freelancer wie mich ist das Internet überlebensnotwendig. Sämtliche Aufträge werden online abgewickelt, sämtliche Daten befinden sich in der Cloud, notwendige Recherchen für Textaufträge sind nur übers Netz möglich. Wenn der Internetanschluss mal ein paar Stunden ausfällt, dann ist das zu verschmerzen. Wenn das Internet jedoch mehrere Tage ausfällt, dann geht's an die Substanz. Zumal kein Zugriff auf irgend etwas möglich ist, um irgend jemanden zu informieren, dass man nicht arbeiten KANN. Ich weiß nicht, wann das Internet wieder zur Verfügung steht, um diesen Text in meinen Traumblog einzupflegen. Im Moment haben wir Samstagnacht und die Uhr zeigt 01.57 Uhr.  




Ohne Netz und doppelten Boden


Ein Smartphone besitze ich nicht. Ich nutze ein uraltes Nokia-Handy mit Tasten. Ich bin halt altmodisch. Neben dem Internet sind auch das Festnetz und der Fernseher ausgefallen. Ist ja alles miteinander verbunden. Nur das Radio dudelt sein Programm über eine Antenne. Immerhin. Strom ist schließlich pünktlich bezahlt. Was also mache ich mit der unfreiwillig vorhandenen Zeit? Wohnung aufräumen oder lesen. Ich entscheide mich fürs Lesen und durchschmökere innerhalb von 48 Stunden zwei Bücher und knapp 1.000 Seiten, während als Hintergrundberieselung „Die Entstehung der Welt“ auf DVD in Endlosschleife läuft.

Ich lese „Sohn“ von Jo Nesbo (mit durchquertem o am Ende) und „Rechenschaft“ von Helen Black. In dem ersten Roman geht es um einen jungen Mann, der aus nachvollziehbaren Gründen zum Killer wird. Der skandinavische Autor beleuchtet detailreich sämtliche menschliche Abgründe und beschäftigt sich mit der Frage, wie und warum Menschen böse werden. Der Mörder ist mir sympathisch. Im Roman der englischen Autorin geht es um eine Anwältin, die eine junge Asylbewerberin vertritt, die unter Mordanklage steht. Das Buch ist gut geschrieben, aber das Ende überzeugt mich nicht.


Irgendwann schlafe ich und träume



Ich spaziere durch einen kaum besuchten Zoo, in dem aus unerfindlichen Gründen wilde Tiere frei herumlaufen - vorwiegend Löwen und ein paar Tiger. Das merke ich aber nicht sofort und als es mir bewusst wird, habe ich seltsamerweise keine Angst. Entweder sind die Tiere ausgebrochen oder wurden befreit. Das Gelände will ich dennoch so schnell wie möglich verlassen. Am Eingang warne ich eine junge Familie mit Kleinkind, die daraufhin kehrt macht und sich in Sicherheit bringt.

Ich rette mich in einen langen Zug, der wie eine Straßenbahn durch die Stadt fährt. Innerhalb der Hänger, die mit allen möglichen technischen Geräten bis unter die Decke gefüllt sind, kämpfe ich mich kletternd und kriechend bis nach vorn zur Zugmaschine. Ich muss sehr vorsichtig sein, denn die Löwen befinden sich ebenfalls in den Anhängern, bleiben aber friedlich. Nun verspüre ich allerdings etwas Angst. Ich glaube, das ist normal, wenn man sich mit der Gefahr in einem Raum befindet. Mir passiert nichts.


Dass Menschen übler sein können als Tiere, zeigt die nächste Traumsequenz. Ich bin mit mehreren Leuten in einer Art Keller  unter einem Veranstaltungsgebäude eingepfercht, einem Bowlingcenter. Oben findet eine öffentliche Veranstaltung statt, auf der wir nicht erwünscht sind. Es führt nur eine schmale Treppe hinauf, die von Hunden bewacht wird. Gelegentlich kommen Leute von oben an die Treppe. Sie gucken, ob wir noch da sind und lachen uns aus. Ich habe einen riesigen Kampfhund in den Armen, den ich mit aller Kraft zurückhalte. Er will auf die Bewacher losgehen und uns beschützen oder befreien.

Irgendwie gelingt es mir, an den fremden Wachhunden vorbeizukommen. Sie bleiben total friedlich und lassen sich sogar streicheln. Ich begebe mich auf Kundschaft, bin quasi Beobachter, und mische mich unerkannt unters Volk in der oberen Etage. In der riesigen Halle findet ein Wettkampf mit mehreren Mannschaften statt. Cheerleader mit gelben und blauen Puscheln hüpfen herum. Auf einer Balustrade sitzt und steht eine Menge johlendes Publikum. Ich mische mich unter eine Gruppe, um an dem Wettkampf teilzunehmen, obwohl ich unsichtbar erscheine, denn die Leute bemerken mich nicht. „Ich bin hier“, rufe ich laut und erwache.


Relevante Traumsymbole für die Traumdeutung



  • Zoo
  • wilde Tiere
  • Eisenbahn/Straßenbahn
  • Kampfhunde
  • Wettkampf
  • unsichtbar


Wer hat Lust, sich an der Traumanalyse zu versuchen? Ich nicht, denn hierzu fehlt mir das Online-Traumlexikon zum Nachlesen. Und wenn ich wieder vernetzt bin, habe ich keine Zeit mehr. Ich hoffe, dass das Internet bald wieder zur Verfügung steht, denn ich fühle mich wert- und nutzlos, wenn ich nicht arbeiten kann. Und hilflos. Hat schon mal jemand die Telekom-Hotline angerufen? Ein stundenlanger, fruchtloser Albtraum, den ich niemandem wünsche. „Ihr Anschluss wird im Laufe des Tages wieder frei geschaltet“, verspricht eine Mitarbeiterin nach 50-minütiger quälender Wartezeit in der Warteschleife. Das war vorgestern, am Donnerstagvormittag. Es ist nichts dergleichen passiert.


Träumt schön!


Traumzauberhafte Grüße, Claudia

Ergänzung: Samstag, 10.00 Uhr ist das Netz wieder da


Kommentare:

  1. Danke fürs Verlinken! Ich träume in diesen Tagen auch wieder sehr wild, aber nix für die Öffentlichkeit :)

    Liebe Grüße und ein Wochenend mit Netz und Sonnenschein!

    Christiane

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    1. Gern geschehen und danke für Deine Wünsche.
      Ach, schreib das ruhig mal auf. Mir persönlich ist kein Traum zu wild. ;)

      Liebe Grüße, Claudia

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