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Wir sind das Netz? |
Für Freelancer wie mich ist das Internet
überlebensnotwendig. Sämtliche Aufträge werden online abgewickelt, sämtliche
Daten befinden sich in der Cloud, notwendige Recherchen für Textaufträge sind nur übers Netz möglich. Wenn der Internetanschluss mal ein paar Stunden
ausfällt, dann ist das zu verschmerzen. Wenn das Internet jedoch mehrere Tage
ausfällt, dann geht's an die Substanz. Zumal kein Zugriff auf irgend etwas
möglich ist, um irgend jemanden zu informieren, dass man nicht arbeiten KANN. Ich
weiß nicht, wann das Internet wieder zur Verfügung steht, um diesen Text in
meinen Traumblog einzupflegen. Im Moment haben wir Samstagnacht und die Uhr
zeigt 01.57 Uhr.
Ohne Netz und doppelten Boden
Ein Smartphone besitze ich nicht. Ich nutze ein uraltes
Nokia-Handy mit Tasten. Ich bin halt altmodisch. Neben dem Internet sind auch
das Festnetz und der Fernseher ausgefallen. Ist ja alles miteinander verbunden.
Nur das Radio dudelt sein Programm über eine Antenne. Immerhin. Strom ist schließlich
pünktlich bezahlt. Was also mache ich mit der unfreiwillig
vorhandenen Zeit? Wohnung aufräumen oder lesen. Ich entscheide mich fürs Lesen
und durchschmökere innerhalb von 48 Stunden zwei Bücher und knapp 1.000 Seiten,
während als Hintergrundberieselung „Die Entstehung der Welt“ auf DVD in
Endlosschleife läuft.
Ich lese „Sohn“ von Jo Nesbo (mit durchquertem o am Ende)
und „Rechenschaft“ von Helen Black. In dem ersten Roman geht es um einen jungen
Mann, der aus nachvollziehbaren Gründen zum Killer wird. Der skandinavische
Autor beleuchtet detailreich sämtliche menschliche Abgründe und beschäftigt sich mit der
Frage, wie und warum Menschen böse werden. Der Mörder ist mir sympathisch. Im
Roman der englischen Autorin geht es um eine Anwältin, die eine junge
Asylbewerberin vertritt, die unter Mordanklage steht. Das Buch ist gut
geschrieben, aber das Ende überzeugt mich nicht.
Irgendwann schlafe ich und träume
Ich spaziere durch einen kaum besuchten Zoo, in dem aus
unerfindlichen Gründen wilde Tiere frei herumlaufen - vorwiegend Löwen und ein
paar Tiger. Das merke ich aber nicht sofort und als es mir bewusst wird, habe
ich seltsamerweise keine Angst. Entweder sind die Tiere ausgebrochen oder
wurden befreit. Das Gelände will ich dennoch so schnell wie möglich verlassen.
Am Eingang warne ich eine junge Familie mit Kleinkind, die daraufhin kehrt
macht und sich in Sicherheit bringt.
Ich rette mich in einen langen Zug, der wie eine Straßenbahn durch
die Stadt fährt. Innerhalb der Hänger, die mit allen möglichen technischen
Geräten bis unter die Decke gefüllt sind, kämpfe ich mich kletternd und
kriechend bis nach vorn zur Zugmaschine. Ich muss sehr vorsichtig sein, denn
die Löwen befinden sich ebenfalls in den Anhängern, bleiben aber friedlich. Nun
verspüre ich allerdings etwas Angst. Ich glaube, das ist normal, wenn man sich
mit der Gefahr in einem Raum befindet. Mir passiert nichts.
Dass Menschen übler sein können als Tiere, zeigt die nächste
Traumsequenz. Ich bin mit mehreren Leuten in einer Art Keller
unter einem Veranstaltungsgebäude eingepfercht, einem Bowlingcenter. Oben findet eine
öffentliche Veranstaltung statt, auf der wir nicht erwünscht sind. Es führt nur
eine schmale Treppe hinauf, die von Hunden bewacht wird. Gelegentlich kommen
Leute von oben an die Treppe. Sie gucken, ob wir noch da sind und lachen uns aus. Ich habe einen
riesigen Kampfhund in den Armen, den ich mit aller Kraft zurückhalte. Er will
auf die Bewacher losgehen und uns beschützen
oder befreien.
Irgendwie gelingt es mir, an den fremden Wachhunden
vorbeizukommen. Sie bleiben total friedlich und lassen sich sogar streicheln.
Ich begebe mich auf Kundschaft, bin quasi Beobachter, und mische mich unerkannt
unters Volk in der oberen Etage. In der riesigen Halle findet ein Wettkampf mit
mehreren Mannschaften statt. Cheerleader mit gelben und blauen Puscheln hüpfen
herum. Auf einer Balustrade sitzt und steht eine Menge johlendes Publikum. Ich mische mich unter eine Gruppe, um an dem Wettkampf teilzunehmen, obwohl ich
unsichtbar erscheine, denn die Leute bemerken mich nicht. „Ich bin hier“, rufe ich laut und erwache.
Relevante Traumsymbole für die Traumdeutung
- Zoo
- wilde Tiere
- Eisenbahn/Straßenbahn
- Kampfhunde
- Wettkampf
- unsichtbar
Wer hat Lust, sich an der Traumanalyse zu versuchen? Ich
nicht, denn hierzu fehlt mir das Online-Traumlexikon zum Nachlesen. Und wenn ich wieder vernetzt bin, habe ich keine Zeit mehr. Ich hoffe, dass das Internet bald
wieder zur Verfügung steht, denn ich fühle mich wert- und nutzlos, wenn ich
nicht arbeiten kann. Und hilflos. Hat schon mal jemand die Telekom-Hotline
angerufen? Ein stundenlanger, fruchtloser Albtraum, den ich niemandem wünsche.
„Ihr Anschluss wird im Laufe des Tages wieder frei geschaltet“, verspricht eine
Mitarbeiterin nach 50-minütiger quälender Wartezeit in der Warteschleife. Das
war vorgestern, am Donnerstagvormittag. Es ist nichts dergleichen passiert.
Träumt schön!
Traumzauberhafte Grüße, Claudia
Ergänzung: Samstag, 10.00 Uhr ist das Netz wieder da
Danke fürs Verlinken! Ich träume in diesen Tagen auch wieder sehr wild, aber nix für die Öffentlichkeit :)
AntwortenLöschenLiebe Grüße und ein Wochenend mit Netz und Sonnenschein!
Christiane
Gern geschehen und danke für Deine Wünsche.
LöschenAch, schreib das ruhig mal auf. Mir persönlich ist kein Traum zu wild. ;)
Liebe Grüße, Claudia