 |
| Gasse in Naumburg |
Wer viel und gern träumt, kennt dieses euphorische Gefühl nach dem Aufwachen: Der Traum war toll und aufregend, man möchte unbedingt jemandem davon erzählen. "Schatz, ich habe etwas ganz Verrücktes geträumt." Partnerin oder Partner sind ganz gespannt und erwarten eine kuriose Traumgeschichte. Doch was kommt - NICHTS! Es ist alles weg. Ein paar Traumfetzen vermag man noch mit den Synapsenspitzen zu halten, bevor auch diese wie zarter Nebel verflattern und nicht mehr auf- und abgerufen werden können. Nie wieder. Egal, wie man sich anstrengt.
Sind Träume also doch nur Schäume?
Ja. Das ist aber nicht weiter schlimm. Träume sind privates Kopfkino, individuelle Filmnächte - nicht immer müssen andere davon erfahren. Wenn das Gefühl nach dem Aufwachen gut ist, wenn ihr euch gut fühlt, dann nehmt diese positive Energie mit in den Tag und zehrt davon. Nicht jeder vermeintliche Klartraum muss für die Nachwelt notiert werden. Nicht jede Traumsequenz ist eine innere Offenbahrung und muss analysiert werden.
Klarträumer, die neben dem Bett Zettel und Stift liegen haben, um jeden Traumschnipsel zu zementieren, neigen dazu, eine Erwartungshaltung gegenüber sich selbst aufzubauen. "Ich muss etwas träumen, um es aufzuschreiben." Nein, müsst ihr nicht! Es ist auch kein Makel, wenn jemand tief und traumlos schläft und nur selten träumt. Das ist eigentlich beneidenswert. Diese Menschen haben möglicherweise keine nennenswerten Alltagsprobleme, mit denen sich ihr Gehirn im Schlaf beschäftigen muss.